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2015/10/25

Google Cloud Datalab

Google hat ein neues Service in seiner Cloud Platform am Start. Es heißt Google Cloud Datalab, ist noch im Beta-Stadium und setzt auf Jupyter und dem PyData Stack auf. Hier mein erster Eindruck bei einem kurzen Test.

PyData Stack auf Cloud Platform

Das aufsetzen des Datalabs erfolgt automatisiert, dauert aber seine Zeit (rund 10 min lt. Notification). Es wird eigenartigerweise als Google App Engine Anwendung erstellt und nicht, wie man meinen könnte, als Compute Engine Projekt. Standardmäßig läuft es aktuell auf einer n1-standard-1 Maschine (1 Kern, 3.75GB RAM) mit einem 100GB Laufwerk. Weitere Maschinen und Laufwerke können in den Verbund eingehängt werden, wenn mehr Rechenleistung bzw. Speicherkapazität nötig ist. Die Einbindung der Google-eigenen Storage Dienste ist natürlich unkompliziert möglich und auch sinnvoll - neben der Skalierbarkeit der Infrastruktur mEn. der Hauptgrund warum es sich überhaupt nachzudenken lohnt, die Analysen in die Google Cloud auszulagern. Der Preis für das Service ist aktuell (im Beta-Stadium) noch überschaubar. Man zahlt für die im Projekt verwendete Infrastruktur (Instanzen) und Services (zB. BigQuery), das Datalab ansich ist (noch) kostenlos - was sich möglicherweise nach dem Beta-Stadium ändern wird.

Jupyter Notebook: Anomaly Detection Beispiel
Das Interface für das Datalab ist ein Jupyter Notebook (siehe Bild). Die essentiellen Bibliotheken aus dem PyData Stack sind vorinstalliert und müssen nur mehr bei Bedarf importiert werden. Das Notebook kann genauso wie bei einer lokalen Installation benutzt werden. Auch die interaktiven Visualisierungsfähigkeiten, wie man es von lokalen Notebooks kennt, sind in der Cloud auf selben Wege zu realisieren.  Neben bisschen Dokumentation und Tutorials für das Verwenden des Notebooks und Einbinden von Storage Diensten, werden auch einige Beispiele standardmäßig im Home Ordner zur Verfügung gestellt. Das Bild ist beispielsweise aus dem Anomalie-Erkennungs-Beispiel. 

Grundsätzlich ist mMn. das Google Cloud Datalab ein attraktives Angebot, um Datenanalysen und -visualisierungen in der Cloud mit dem PyData Stack durchzuführen, da man sich einiges an Installations- und Netzwerkadministrationsaufwand sparen kann. Interssant wird natürlich wie die Preisgestaltung dann im Alpha-Stadium sein wird. Vor allem für Data Science Teams, die nicht an einem Standort gemeinsam arbeiten, ist das Datalab eine überlegenswerte Möglichkeit. An einem Einsatz im Unternehmen (zumindest wenn es seinen Sitz in der EU hat) ist derzeit aber noch nicht zu denken. Das liegt aber weniger an der bewährten Technologie aus dem Python Ökosystem selbst, sondern eher an der rechtlichen Situation derzeit in Europa. Die zentrale Instanz wird nämlich in der US Central Region ausgeführt, was eine Verwendung durch europäische Unternehmen im operativen Einsatz derzeit leider unmöglich macht. Auch das sollte nach dem Beta-Stadium gelöst sein und die Region frei wählbar sein.

2015/05/20

Spyre - Framework für Python Datenprojekte

Was dem Python Daten Ökosystem bislang noch fehlt, ist ein Modul um webfähige Datenprodukte, schnell und mit wenig Aufwand, zu erstellen. Adam Hajari hat einen ersten Versuch unternommen, das zu ändern und begann die Entwicklung von Spyre. Um dieses Framework zu testen, habe ich eine kleine Beispielapplikation geschrieben, das im Repo für diesen Blog unter den Python Beispielen zu finden ist.

Daten von Strava

Für das Beispiel habe ich ein paar Daten zu meinen sportlichen Aktivitäten in diesem Jahr von Strava herunter geladen. Die Strava API ist zwar nicht gerade ein Highlight in Bezug auf UX beim Datenabgreifen, aber es gibt zumindest ein (selten schlecht dokumentiertes) Python Modul, das die Verbindung managt und somit die Angelegenheit ein bisschen schmerzfreier gestaltet. Das Skript, mit dem ich die Kollektionen mit meinen Radfahr- und Schwimm-Aktivitäten erstellt habe, ist auch im Beispiel Verzeichnis zu finden. Sie enthalten die Art der Aktivität, die Startzeit, Dauer und Distanz.

Spyre Apps

Nach der Installation von Spyre (das Paket heisst dataspyre bei pip) und dem Download des master Repos des Projekts kann gleich mit dem Testen der Beispielanwendungen begonnen werden. Diese sind sehr auf Plots fixiert, es ist z.B. auch möglich Bokeh Plots zu integrieren, aber auch diverse Matplotlib Derivate können gerendert werden. Aber auch das Erzeugen von Tabellen wird durch ein Beispiel abgedeckt. Wirklich sehr nützlich um sich mit dem Modul vertraut zu machen, ist das Tutorial im Spyre Repo, im Form eines Ipython Notebooks. Darin wird anhand der Beispielanwendungen die wichtigsten Input-Elemente (div. Buttons, Slider, Dropdown etc.) und Output-Möglichkeiten (Plot, Tabelle etc.) des Frameworks erklärt.
Radfahr Daten in Browser App
Daten App im Browser

Von den Beispielen im Spyre Repo habe ich dann auch meine Beispielanwendung abgeleitet (hier ist der Code dazu). Um die Anwendung zu starten genügt es, das Hauptskript mit Python (in einer 2er Version) zu starten und im Browser der Wahl den Port 9097 vom localhost aufzurufen. Wie in dem Foto rechts zu sehen ist, kann dann mit einem Dropdown die Sportart gewählt werden. Der Plot (der Simplizität zuliebe mit Pandas erzeugt) zeigt daraufhin die Tage, an denen die Aktivität statt fand und die Distanz, welche mit dem Rad bzw. im Schwimmbecken zurück gelegt wurde.

Ein Spyre Server basiert übrigens auf dem CherryPy Web Framework. Wer daran ein bisschen herum bastelt, kann übrigens auch Spyre Apps auf einen Raspberry Pi 2 zum Laufen bringen (siehe Foto unten). Das halte ich für insofern interessant, da es damit möglich wird, Sensordaten abzugreifen, zu verarbeiten und jetzt eben auch im Internet zu präsentieren mit einer durchgängigen Programmiersprache und auf einem Gerät.
Ein von @datadonk23 gepostetes Foto am


Zusammenfassung

Mit Spyre ist es möglich, webfähige Datenprodukte durchgehend in Python zu erstellen, ohne auf Übersetzungen in eine andere Sprache (wie zB bei plot.ly) und den damit verbundenen Einschränkungen, angewiesen zu sein. Die Funktionalität und Usability ist aber im Vergleich zum R Ökosystem mit Shiny jedoch sehr bescheiden und benötigt noch jede Menge Entwicklungsarbeit der Community. Es bleibt zu hoffen, dass das Projekt weiter an Bedeutung zunimmt und eventuell auch eine Plattform wie ShinyApps.io, nur für das Python Daten Ökosystem, entstehen lässt. Insbesonders für die adäquate Präsentation von Analyse-Ergebnisse oder Daten-Modellen ist ein Modul wie Spyre bedeutend, um datenwissenschaftliche Prozesse durchgehend in Python zu ermöglichen.

2015/03/24

Geo-App: Schlösser und Burgen in OÖ

Als Beispiel-Projekt habe ich eine Geo-App entwickelt. welche den Standort von Schlösser und Burgen in Oberösterreich visualisiert. Sie dient zur Ergründung solcher Bauwerke in der eigenen Umgebung, kann auch Informationen beim Wandern bereit stellen oder zur Planung von Ausflügen verwendet werden.
Dieser Eintrag wird den Entstehungsprozess thematisieren. Die App selbst ist auf folgender Seite erreichbar:


Daten von Wikipedia

Burg Ruttenstein, Foto © S. Wiesinger, 2014
Auf das touristisch verwertbare Thema, Schlösser und Burgen, bin ich durch einen offenen Datensatz des Landes OÖ gekommen. Wie sich jedoch erst heraus stellte, fehlten in diesem Datensatz eine größere Anzahl an Objekten, insbesonders (aber nicht nur) die touristisch interessanten Burgruinen. Aus den Metadaten war das so leider auch nicht ersichtlich. Genau so unzuverlässig und halbherzig dokumentiert sollten Open Data eigentlich nicht sein.
Schloss Lamberg, Foto CC-BY 4.0 Int. T.Treml, 2015
Als Alternative habe ich mich für die Verwendung von Daten von Wikipedia entschieden. Dazu habe ich ein kleines Script geschrieben, das die jeweilgen Namen der Bauwerke, einen Link zur jeweiligen Wikipedia Seite (als Information für die Pop-Ups in der App) und die Geokoordinaten extrahiert. Die Verortung ist zwar weniger genau, als jene im Datensatz des Landes, jedoch ist die Anzahl der Objekte umfassender, insbesonders die erwähnten Ruinen kommen hierbei auch vor. Darüber hinaus klassifiziert das Script die Bauwerke noch, um eine Unterscheidung zwischen Burgen und Schlösser bei der Visualisierung zu ermöglichen. Bei den von den 324 aufgelisteten Objekten, konnten nur 5 wegen mangelnder Geoverortung oder nicht Verfolgbarkeit der Links nicht verwendet werden. Im Vergleich dazu umfasst der Datensatz des Landes nur 240 Objekte.
Um Oberösterreich hervor zu heben, habe ich wieder auf einen DORIS Datensatz vom Land OÖ zurück gegriffen. Dieser ist zwar stark generalisiert, was aber im Kontext dieser App ein Vorteil ist, da Speicherplatz und Ladezeiten dadurch vermindert werden. Um Zweiteres zu verbessern wird er vor dem Rendern im Browser auch noch weiter generalisiert.

Die extrahierten Daten wurden dann in QGIS geoprozessiert und in ein Datenmodell transformiert. Dieses wurde mit MongoDB umgesetzt, da dessen Schemalosigkeit die Entwicklung vereinfachte und die damit mögliche Geoindexierung effiziente Abfragen versprach.

Übersicht Karte

Flask-App mit Bootstrap Frontend

Das Backend der App basiert auf dem Python Framework Flask und wie erwähnt MongoDB. Die Architektur folgt einem vereinfachten MVC Modell.
Marker mit Pop-Up
Das Frontend wurde auf dem Bootstrap Framework aufgesetzt, vor allem um die App auch responsiv zu gestalten. Das ist besonders für den Anwendungsfall der mobilen Abfrage von Objekten nötig, beispielsweise wenn sich ein/e Benutzer/in beim Wandern oder einem Spaziergang befindet und erfahren möchte, wo sich die nächste Burg oder das nächste Schloss befindet. Grundsätzlich nimmt den größten Teil der Frontpage die ganzseitige Karte mit den visualisierten Objekten ein. Eine Navigationsleiste ermöglicht noch das Aufrufen einer kurzen Anleitung und Informationen über die Daten und der App. Diese Informationen wurden auf eine eigene Seite ausgelagert.

Die Kommunikation zwischen Front-  und Backend wurde mit einem Zusammenspiel von Flask mit AJAX und jQuery umgesetzt und könnte bei weitem besser entwickelt sein - bin leider kein Software Ingenieur. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die App für einen unternehmerischen Einsatz an manchen Stellen noch robuster programmiert werden müsste. Für ein Beispiel, das die Möglichkeiten mit den verwendetetn Daten und Techniken zeigt, sollte dieser Entwicklungsstand aber ausreichen.

Geo-App mit Leaflet

Die Karte selbst wurde mit Leaflet umgesetzt. Mein Konzept für die Visualisierung konnte damit (und auch Dank der verwendeten Plugins) sehr effizient umgesetzt werden.
Als Basiskarte habe ich mich für das Open Static Map Service von MapQuest entschieden. Der Toner Style von Stamen Design hätte zwar grafik-design-technisch mehr her gegeben, aber die MapQuest Tiles geben durch ihr Farbschema visuell Informationen über die geografische Verortung der Bauwerke intuitiver preis.
Standortbestimmung
Der Standort der Schlösser und Burgen wird durch Marker angezeigt. Ein Piktogramm darauf zeigt an, zu welchem Typ das Objekt gehört. Durch das Auswählen eines Markers mittels Click, öffnet sich ein Pop-Up, das den Namen des Bauwerks und einen Link zu dessen Seite auf Wikipedia enthält, um sich näher über das jeweilge Schloss oder die Burg informieren zu können.
Mit einem Button auf der Karte, ist es möglich, seinen eigenen Standort durch die App anzeigen zu lassen. Dabei wird auf Geoinformation aus dem Browser zurück gegriffen, was erst mit mobilen Geräten wirklich Sinn macht. Dennoch ist die Standortbestimmung damit nicht in allen Gegenden, auch trotz dem Einsatz von GPS, wirklich gut. Über die Einschränkungen ist dieser Artikel recht informativ. Jedenfalls, als Näherungswert, sollte die Bestimmung dennoch ausreichen.
Sobald die App den Standpunkt bestimmt hat, wird aus der Datenbank das geografisch nächste Schloss oder die nächste Burg abgefragt. Die Bestimmung des nächsten Objekts vereinfacht der räumliche Index in MongoDB ungemein und ist mit einer einfachen Anfrage auszuführen. Auf der Karte wird das nächste Bauwerk dann mit einem eigenen Marker hervorgehoben.

Deployment auf OpenShift

Weil die Datenbank wenig umfangreich ist und sich auch der Rechenaufwand zur Darstellung der Page in Grenzen hält, wird die App auf einem einzigen Gear in OpenShift gehostet. Problematisch war hierbei nur die alte Version von MongoDB in der Standard-Cartridge. Da die App mit einer neueren Version der Geoindizes lokal entwickelt wurde, habe ich eine aktuelle Version in OpenShift nachgerüstet - was Dank der MongoDB 2.6 Cartridge von Ionut-Cristian Florescu kein großes Problem war.

Zusammenfassung

Mit der Entwicklung dieser Geo-App habe ich versucht zu zeigen, wie es möglich ist mit relativ simplen Mitteln und offenen Daten die Visualisierung von Standorten von mehreren Objekten umzusetzen. Das Thema des Beispielprojekts, Schlösser und Burgen in Oberösterreich, ist touristisch nutzbar. Das beschriebene Vorgehen ist aber auch auf andere statische Objekte wie beispielsweise Geschäftsniederlassungen, Standorte von sportlichen oder kulturellen Einrichtungen etc. anwendbar. Erweiterungsmöglichkeiten sind auch vorhanden, beispielsweise im Rendern von 3D-Modellen der einzelnen Bauwerke an ihren Standorten bei hohen Zoomstufen.
Aus Sicht der Sozialforschung ist der Blick auf die Karte auch nicht uninteressant, liefert sie doch eine Darstellung der Verteilung von machtdarstellenden Bauwerken in früheren Zeiten. Dabei ist besonders markant (wenn auch nicht unlogisch), dass sich solche Gebäude in jenen Gebieten konzentrieren, die noch Heute bevölkerungsreich sind, wohin gegen in ländlichen Regionen solche Objekte verstreut in der Landschaft liegen, wobei diese nicht zwangsläufig in Nähe aktueller regionaler Zentren liegen müssen. Hinsichtlich der Sozialforschung ist des weiteren auch bemerkenswert, dass gemeinschaftlich auf Wikipedia erstellte Information, nicht nur umfangreicher, sondern auch gültiger sein kann, als ein von offizieller Stelle publizierter Datensatz.
Die zum Projekt gehörenden Scripte und der Source Code der App sind im Webbeispiele Repository dieses Blogs ersichtlich. Für die Planung von Tageausflüge und -in eingeschränktem Masse- auch mobil für die Orientierung bei einer Wanderung, lässt sich die App auf jedem Fall nutzen. Auch das Ergründen von bislang einem noch unbekannten Bauwerke kann ganz spannend sein.

Burgruine Ruttenstein, Foto © S. Wiesinger, 2014

2014/10/31

visualisierung mit bokeh: beliebte vornamen in OÖ

erste versuche mit Bokeh

Bokeh ist eine python bibliothek für interaktive visualisierungen und datenplots. entwickelt wird sie von Continuum Analytics, das durch seine python distribution anaconda bekannt ist. die als open-source projekt entwickelte bibliothek erlaubt es, mit python interaktive und webfähige plots zu erzeugen - und das auf simple und schnelle art und weise. genug gründe für mich (als nicht unbedingten fan der matplotlib) einmal erste versuche damit zu starten.

die einbindung der bibliothek ist nicht schwierig zu bewerkstelligen. auch die anwendung zur erzeugung der plots erzeugt keinen syntaktischen overhead, wie der code für die beispielanwendung  zeigt (einseh- und downloadbar im visualisierungs-beispiele repo des blogs). die ergebnisse sind für den geringen aufwand visuell ansprechend und auch nützlich für die kommunikation von informationen aus den plots. bei meinen versuchen haben sich jedoch zwei problemfelder gezeigt, die dem noch jungen entwicklungsstands des projekts geschuldet sind. erstens ist die dokumentation noch sehr ausbaufähig. damit bleibt nichts anderes übrig, als bei der verwendung öfters mal im sourcecode der bibliothek nachzusehen. dieser ist zwar gut kommentiert und hilft, die korrekte anwendung von diversen methoden zu finden, kann aber eine gute dokumentation für das schnelle nachschlagen nicht ersetzen. als zweiten problembereich kamen mir dokumentierte parameter unter, die in folge jedoch nicht genutzt werden. dies ist besonders ärgerlich, wenn man die plots individuell verändern möchte. jedoch gehe ich davon aus, dass diese beiden problemgruppen in weiteren entwicklungsstadien behoben werden.

als beispielanwendung habe ich mich auf eine simple visualisierung mittels einer heatmap festgelegt. da bokeh auch eine eigene methode und ein beispiel in der gallery bereit stellt. als zusätzliches ziel setzte ich mir die einbindung eines bokeh-plots in eine statische webseite.

thema: beliebte vornamen

als datenquelle für dieses projekt hat sich der vornamen datensatz des landes oö (über daten.gv.at) angeboten. dieser enthält die 60 beliebtesten vornamen je geschlecht für die letzten 10 jahre. daraus wurden die 25 beliebtesten (nach summe der werte über die gesamtjahre) bestimmt und deren werte dann in einem pandas data frame in eine entsprechende form gebracht, um als input für die CategoricalHeatMap methode von Bokeh zu dienen. im endeffekt stellte sich heraus, dass die größte herausforderung des projekts -wie so oft bei datenanalysen und- visualisierungen- darin bestand, die daten in die gewünschte form zu bringen. die erstellung der eigentlichen plots mittels bokeh ging dann recht zügig.

sobald die visualisierungen erstellt waren, wurden die plots in ein bootstrap template importiert. das vorgehen (im web-beispiele repo des blogs dokumentiert), hätte ich zwar eleganter gestalten können, für eine schnelle präsentationsmöglichkeit ist die einbindung des html-outputs von bokeh aber geeignet. eine bedeutende verbesserung wäre natürlich eine interaktive einbindung, was auch eine effektive verwendung in dynamischen seiten erlauben würde. dies scheint mit bokeh auch möglich zu sein - aber auch hier fehlt noch eine bessere dokumentation. für den anspruch, ein einfaches beispiel zu gestalten, hat mir aber die einbindung des kompletten outputs gereicht. die ergebnisse über die 25 beliebtesten vornamen für männliche und weibliche neugeborene kann somit unter folgendem link betrachtet werden:


zusammenfassung

einbindung und verwendung der python visualisierung-bibliothek Bokeh sind einfach. das potential des projekts ist gross, aktuell gibt es jedoch noch einige mängel, va bezüglich der dokumentation.
und zum ergebnis des beispiels: Lukas bzw. Anna sind die beliebtesten vornamen für neugeborene in den letzten 10 jahren in oberösterreich. die plots zeigen darüber hinaus, dass es besonders bei weiblichen neugeborenen eine konzentration von besonders häufig verwendeten vornamen gibt. ein trend zu mehr individualität bei der benennung von neugeborenen ist zumindest mit diesen vorliegenden daten für die letzten 10 jahre nicht erkennbar.

2014/08/22

reporting mit flask

um die möglichkeiten von flask zum erstellen eines reports zu testen, habe ich ein einfaches beispiel über wohnbautätigkeiten zusammen gestellt. zum ausprobieren der anwendung steht der code im python repo von diesem blog unter FlaskReporting zur verfügung.
image home screen
home screen

thema: wohnbautätigkeit in österreich

da es in dem beispiel eigentlich um die anwendung gehen sollte, habe ich datenzusammenstellung, -analyse und -visualisierung simpel gehalten. die daten stammen von statistik austria [ironiemodus an] DEM ansprechpartnerfür historische daten von österreich [ironiemodus aus] und bestehen aus 2 datensätze über die anzahl von fertiggestellten gebäuden mit wohnungen pro jahr. der insgesamte zeitraum der beobachtung ist somit zwischen 1970 und 2002. die datenwerte sind auch relativ unspektakulär mit nur einem ausreisser (in 1980), der eventuell mit mehr historischem wissen erklärbar wäre oder auch nur ein aggregation fehler ist.
für den report habe ich die daten dann so aufbereitet, dass eine zusammenfassende statistik der anzahl der gebäuden und ein einfaches diagramm über die selbe variable zu sehen ist. dazu noch ein bisschen erklärender text und fertig ist die simplifizierte version eines datenanalyse reports.

flask 

mit ein wenig kenntnissen in python und einigen tutorials war es überaus einfach, mit geringem aufwand, eine einfache reporting app zu entwickeln. der code der anwendung ist mehr oder weniger selbsterklärend. grundsätzlich gibt es ein main script mit dem code für flask und ein analyse script, das die datenanalyse und -visualisierung (überwiegend mit hilfe von pandas und der matplotlib) zur verfügung stellt. als layout wurde die basis version von bootstrap verwendet, das über eine erweiterung auch flott in flask integriert werden konnte. dadurch genügten ein paar zeilen code in den html templates, um so einen simplen report zusammen zu stellen.

report

zusammenfassung

flask ist mmn überaus geeignet, einfache reports oder andere datenprodukte ins web zu bringen. die verwendung des frameworks zeigt sich recht einfach, setzt jedoch etwas an wissen über html und css voraus.

2014/07/27

Migrationsbilanz als ShinyApp

Für das Kurs-Projekt vom MOOC Developing Data Products habe ich eine simple Visualisierungs App entwickelt. Sie bereitet Migrationsdaten aus dem Zeitraum 2002 - 2012 der Bezirke von Oberösterreich in Form einer Choroplethenkarte auf und zeigt die Werte auch in Tabellenform.

Link zu shinyMig OÖ

ShinyApps.io

Umgesetzt wurde das Projekt zu Versuchszwecken in R auf der ShinyApps.io Plattform von RStudio. Das Deployment hierbei zeigte sich mehr als simpel. Sofern die Anwendung auf der eigenen Workstation einwandfrei läuft, kann es mit einem einfachen deployApp() Befehl auf die Plattform geladen werden. Die Kunst ist lediglich, die Anwendung am eigenen Rechner fehlerfrei zum Laufen zu bringen, da die debugging Möglichkeiten mit shiny leider noch sehr begrenzt sind.

Umsetzung in R

Bei der Entwicklung der App zeigte sich wieder eindeutig, dass R nur ein suboptimales Werkzeug zur Kartenerstellung ist. Mit ggplot2 ist zwar einiges möglich, der Aufwand dafür steht jedoch mMn nicht in Relation zu den mässigen Ergebnissen im Vergleich zu echter GIS-Software. Bei der Aufbereitung der Rohdaten (übrigen von data.gv.at) und der tabellarischen Darstellung in der App, konnte hingegen R natürlich seine Stärken ausspielen. Als größtes Hindernis bei der Entwicklung stellte sich die Kategorisierung der Migrationsbilanzen heraus, wobei ich mich nach etlichen Versuchen in automatischer- und einiger in manueller-Klassifizierung für einen semi-automatischen Weg entschieden habe, wobei positive und negative Salden getrennt und von diesen beiden Kategorien dann der jeweilige Median als weitere Schwelle eingeführt wurde. Damit blieb die visuelle Vergleichbarkeit der Karten noch einigermassen erhalten, bei Beibehaltung des Akzents auf die Trennung von positiven und negativen Werten. Für detaillierte Vergleiche sind ja noch die jeweiligen Schwellen in der Legende verzeichnet bzw. auch die Daten in der Tabelle ersichtlich.

Beispielcode

Der Beispielcode steht im R-Repo dieses Blogs zum download bereit.

2014/07/06

Visualisierung von Wahlergebnissen mit Qt

Um die Möglichkeiten für die Entwicklung von Android Apps mit Qt zu testen, habe ich eine simple Anwendung zur Visualisierung von Wahlerbnissen erstellt. Das Projekt kann vom Visualisierungs-Beispiele Repositorium herunter geladen und auf Desktop oder neueren Android Versionen getestet werden.

Screenshot - Wahlergebnisse App

Wahlergbnisse der EU-Wahl 2014 in Steyr 

Da die Daten der letzten politischen Wahl in meiner Heimatstadt einfach zugänglich waren, habe ich diese als Datenbasis verwendet. Diese lagen schon aufbereitet durch die Abteilung für Wahlen der Kommunalverwaltungsbehörde vor und wurden lediglich in XML umgewandelt, um sie durch ein XMLListModel-Objekt in die Anwendung eingebinden zu können.

Tabellenansicht

Auf Basis eines Grid-Layouts wurde dann eine Tabelle mit den Ergebnissen erstellt. Diese ist flickable, mit einer Wischgeste kann also zu den Ergebnissen der Parteien der hinteren Listenplätze gescrollt werden. Auf mehr Interaktion wurde zu Gunsten der Simplizität verzichtet. Uninspirierter Weise wurden die Farben aus dem Standard-Farbschema von Android zur farblichen Gestaltung verwendet.

Fazit

Die Entwicklung einer Android App, die auch auf Desktops lauffähig ist, mit Qt war Dank der umfangreichen Dokumentation des Projekts einfach. Die Integration von tabellarischen Daten und Wiederverwendung in selber Form ist ebenso unkompliziert umzusetzen, wie ein grid-basiertes Layout zur Aufbereitung. Der erstellte Prototyp der App läuft auf Desktop- und neueren Android-Geräten und ist grundsätzlich mit weiteren Features erweiterbar. So wäre eine Navigation zu den einzelnen Stadtteilergebnissen ohne größere Mühen umsetzbar. Eine Darstellung in Diagrammform wäre ebenso denkbar wie sinnvoll, nur etwas umständlicher umzusetzen, da das Datenvisualisierungsmodul von Qt nicht in der OpenSource Version enthalten ist. 

2014/03/07

Erste Experimente mit ViziCities

Ein interessantes neues Projekt, mit großem Potential für die Datenvisualisierung ist ViziCities. Es setzt auf aktuellen Webtechnologien auf und hat den Anspruch, Arten und Möglichkeiten von Visualisierungen von Big Data auf städtischem Darstellungsniveau zu erweitern.

3D Datenvisualisierung auf Stadtniveau

Eine erste Vorveröffentlichung kann auf Github gefunden werden und umfasst, trotz des frühen Entwicklungsstadiums, schon einige nützliche Features. Grundsätzlich erzeugt ViziCities eine 3-dimensionale Stadtlandschaft im Web-Browser, auf der Daten visualisiert werden können. Das Stadtmodell setzt auf vereinfachte Daten von OSM auf, wobei die Gebäudehöhen derzeit noch halb-zufällig geschätzt werden. Ziel ist es, die steigende Anzahl an offenen Daten zu nutzen und diese im 3D-Raum darzustellen. Auch mit Echtzeit-Daten soll experimentiert werden.
In einem Video stellen Peter Smart und Rob Hawkes ihr Projekt vor und geben einen interessanten Einblick über mögliche Verwendungszwecke

Erster eigener Versuch

Die Installation verlief problemlos - auch Dank der guten Anleitung in der README Datei. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, habe ich die Beispielanwendung so abgeändert (im Grunde waren nur die Koordinatenwerte zu ändern), dass eine 3D-Ansicht meiner Heimatstadt im Browser angezeigt wird.

Screenshot: ViziCities - Steyr
Die Qualität des Modells hat mich grundsätzlich positiv überrascht, auch wenn einige Details fehlerhaft sind. So wird beispielsweise ein Kanal auf dem Screenshot nicht gerendert, was auf diesem Level of Detail verkraftbar ist. In einem anderen Bereich des Modells werden jedoch die OSM-Ways soweit vereinfacht, dass anstatt des Hauptflusses durch die Stadt, ein weiterer Stadtplatz dargestellt wird. Die oft in OSM fehlenden Höheninformationen wirken sich auf die Wirkung des Modells auch negativ aus, was vor allem bei Städten mit hoher Höhenvarianz ein Problem darstellt. Nichtsdestotrotz stellt die erste Vorveröffentlichung schon eine gute Basis dar, um Daten auf städtischem Darstellungsniveau im 3D-Raum zu visualisieren. Weitere Experimente mit ViziCities (dann auch mit Analysedaten) werden meinerseits definitiv folgen - und auf diesem Blog dokumentiert.

2014/02/25

R-Package für interaktive Karten - rMaps

Kürzlich wurde ein neues Package präsentiert, um mit R interaktive Karten zu erstellen. Hier meine Erfahrung aus einigen Tests damit:

rMaps

Das Package wurde von Ramnath Vaidyanathan erstellt. Es ermöglicht die Erstellung von interaktiven Karten mit nur wenig Code und unterstützt einige javascript basierte Mapping Libraries, wie z.B. Leaflet. Das Package ist derzeit noch in einem Versuchsstadium, weist jedoch schon einige nützliche Funktionen auf. Es kann über den Github-Account des Entwicklers (Link) herunter geladen (bzw. geklont) werden und enthält eine ausführliche Installationsanweisung und Beispielcode. Weitere Anwendungsbeispiele finden sich auf der Website des Projekts. Hier zwei Beispiele mit sozialen Daten:

Beispiel: Kriminalitätskarte Houston

Heatmap: Kriminalitätsvorkommen in Houston - Übersicht
Das Beispiel wird auf dem Blog des Packages vorgestellt und visualisiert das Kriminalitätsvorkommen in Houston von Jänner bis August 2010 mit einer Heatmap. Der dazu benötigte Code wird im Post auch ausführlich erklärt.

Je nach Fragestellung kann der Analyserahmen vom Stadt- (Bild Screenshot Übersicht) bis hin auf Straßenzugsniveau (Bild Screenshot Detail) skaliert werden.
Heatmap: Kriminalitätsvorkommen in Houston - Detail

Beispiel: Einwohneranzahl je Gemeinde in Bezirken Steyr und Steyr-Land in 2013

Ein eigenes Beispiel verwendet Marker, welche die Gemeinden aus den politischen Bezirken Steyr bzw. Steyr-Land auf einer Hintergrundkarte (Datenbasis OSM, Rendering mit Leaflet) kennzeichnen. Die Zoomstufe ist auch hier wieder frei wählbar. Mit dem Mauszeiger kann eine Gemeinde ausgewählt werden und es erscheint in einem Pop-Up der Gemeindename und die jeweilige Einwohnerzahl aus dem Jahr 2013. 
Screenshot Beispielanwendung
Der Code des Skripts kann aus dem R-Beispiel Repositorium dieses Blogs auf Github herunter geladen werden: rBeispiele